Kina : Pia Pritzel

Berlin, 2015, analog

Ich besuche Kina, eine junge Künstlerin.
Kussmundlächelnde, mähnenumrahmte, zarte, großaugige Schönheiten starren sie von den Covern der Magazine und dem flimmernden Laptopbildschirm an.
Kina verliert ihre Haare, ihre Haut ist schlecht. Ihr Aussehen ist ständiges Thema in ihrer Familie. Perücke, Make-up, wieso sie es nicht mal ausprobieren möchte?
Sie schaut nicht gerne in den Spiegel und meidet die Öffentlichkeit. Ohne Kopfbedeckung verlässt sie nie das Haus. Aber verkleiden möchte sie sich nicht.
Zurückgezogen von allem, lebt sie in ihrer kleinen Wohnung. Dort hat sie ihre eigene Welt geschaffen, in der es keine bewusstseinserweiternde Grenzen gibt.

Text: Pia Pritzel, Leonie Greife
2014 - Open End